Daher deuten die oben vorgelegten Beweise darauf hin, dass die Höhe der variablen Vergütung zwischen den verschiedenen Gruppen von Arbeitnehmern sehr unterschiedlich ist. Diese Annahme steht im Einklang mit den Aussagen im Jahresbericht des WSI über Tarifverhandlungen (WSI-Tarifhandbuch 2007). DemBericht zufolge erhielten ungelernte und qualifizierte Arbeiter im Jahr 2005 deutlich geringere jährliche Zusatzzahlungen, die an Gewinnbeteiligungen und Boni (548 BZW. 1.131 EUR) gekoppelt waren, als es qualifizierte Angestellte (1.843)) und hochqualifizierte Fachkräfte (6.635 )€ waren. Ohne Professur, z.B. postdoktorandische Stelle, sind die Gehälter an Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen tendenziell niedriger. Der Bundestarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD Bund) oder die Bundesländer (TV-L oder TV-H für Hessen) hat folgende Klassifikationen festgelegt: Der BDA und mehrere Arbeitgeberverbände auf Branchenebene, wie Z.B. Gesamtmetall, betonen, dass Mehrarbeitgebervereinbarungen einen steigenden Anteil variabler Zahlungen enthalten sollten, deren tatsächliche Höhe auf Unternehmensebene vereinbart werden sollte. Je nach Leistung der Unternehmen können die regelmäßigen jährlichen Bonuszahlungen in einigen Sektoren des verarbeitenden Gewerbes sowie im Sektor der Geschäftsbanken variieren (siehe Tabelle 4).

In der Regel legen die Geschäftsführung und der Betriebsrat, falls vorhanden, die genaue Höhe des Jahresbonus ab. Besteht kein Betriebsrat, so ermöglichen die Tarifverträge Vergleiche mit einzelnen Arbeitnehmern oder alternative Formen der Arbeitnehmervertretung. Letztere wurden in vielen Unternehmen gegründet (DE0707049I). Eine Härtefallklausel gibt es beispielsweise auch in der chemischen Industrie. Um gefährdete Arbeitsplätze zu sichern und/oder eine Standortumsiedlung zu verhindern, können die Tarifstandards auf Betriebsebene um bis zu 10 % gesenkt werden. Innerhalb des deutschen Systems branchenweiter “gemusterter” Tarifverhandlungen sind starke Arbeitgeberverbände entscheidend, um ein hohes Niveau der Tarifbindung aufrechtzuerhalten, da diese Verbände Vereinbarungen aushandeln, die für alle ihre Mitgliedsunternehmen unmittelbar bindend sind. Während es auch Einzelarbeitgeber-Verhandlungen gibt, mit solchen Vereinbarungen, die etwa 7 % aller Arbeitnehmer in Westdeutschland und 10 % im Osten abdecken, werden die Grundnormen meist in Verhandlungen zwischen den acht Gewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und den rund 500 Arbeitgeberverbänden festgelegt, von denen viele direkt oder indirekt der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) angeschlossen sind. Bedenken wurden vor allem im Zusammenhang mit der rückläufigen Mitgliederzahl von Gesamtmetall geäußert, den musterbildnenden Arbeitgeberverbänden der metallverarbeitenden Industrie. Weil verlässliche Mitgliederdaten der Arbeitgeberverbände knapp sind, ist die Zukunft der deutschen Arbeitgeberverbände im Wesentlichen mit der Situation von Gesamtmetall verbunden. Wie aus Tabelle 1 hervorgeht, hat Gesamtmetall seit 1970 kontinuierlich Mitglieder verloren, was am auffälligsten ist, wenn es um den Anteil der Unternehmen in der metallverarbeitenden Industrie geht, die dem Verband angehören.